Rückblick auf die 10. dcif-Jahreskonferenz am 18.10.2018

Wettbewerbs- und Marktanalyse – Alles beim Alten oder neue Spielregeln?

Im Oktober 2018 veranstaltete das Deutsche Competitive Intelligence Forum (dcif. e.V. Bundesverband für Wettbewerbs- und Marktanalyse) seine 10. Jahreskonferenz in Frankfurt am Main. Dabei war nicht nur der Veranstaltungsort Frankfurt neu, sondern man traute sich auch an ein neues Veranstaltungsformat: Weg von einer Konferenz mit vielen Vorträgen hin zu mehr interaktiven Aktionen und noch mehr Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern.

Apu Gosalia auf der dcif-Jahreskonferenz 2018Herr Apu Gosalia (Foto rechts) von Fuchs Petrolub SE eröffnete den Tag mit seiner Keynote zum Thema “Sustainability Intelligence – Messen, Managen, Modifizieren”. Er zeigte darin eindrucksvoll, wie sich das Tätigkeitsgebiet des klassischen MCI-Professionals über die Jahre weiter entwickelt hat hin zu Sustainability Intelligence das neben den gängigen Bereichen Markt, Unternehmen und Wettbewerbern auch soziale, ökonomische und ökologische Aspekte mit betrachtet und analysiert.

Im Anschluss waren dann die Konferenzteilnehmer zum ersten Mal selbst gefordert. Im Stil einer Unconference konnte jeder Teilnehmer eigene Themen einbringen, die ihn interessieren und zu denen er sich von den Anwesenden Unterstützung wünschen würden. Schnell fanden sich einige Mutige, die ihre Fragen zur Diskussion stellten und viele Teilnehmer, die ihr Wissen teilen wollten und so wurde in Kleingruppen zu Themen diskutiert: Was ist bei der Einführung einer Software zu beachten?, Wie gewinnt man die Mitarbeiter des eigenen Unternehmens für Markt Intelligence? In welchen Abteilungen sind MCI Professionals beschäftig und welche Kompetenzen benötigen sie?

Peter Mengel auf der dcif-Jahreskonferenz 2018Nach den ersten Gruppenarbeiten sprach Peter Mengel (Foto links) von der InterSystems GmbH über Künstliche Intelligenz & Analytics darüber, wie Algorithmen Daten beflügeln. In seinem Vortrag ging es um die Unterschiede von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung und welche Chancen maschinelles Lernen für diejenigen bietet, die die Herausforderung annehmen. Bereits heute nutzen viele MCI-Kollegen Automatisierung, um Prozesse in der täglichen Arbeit zu beschleunigen. Dabei folgt die Maschine einem Regelwerk. Künstliche Intelligence wird jedoch noch selten eingesetzt. Sie unterscheidet sich zu den schon bestehenden Anwendungen durch selbständiges Lernen und Anpassungsfähigkeit. In seinem Vortrag zeigte Peter Mengel auf, welche Herausforderungen dadurch entstehen.

Passend zu dem Vortrag beschäftigten sich die folgenden kleinen Arbeitsgruppen mit den Fragen, welche Software MCI-Professionals im Augenblick kennen und einsetzen und welche Wünsche sie an die Tools haben.

Matthias Wilson auf der dcif-Jahreskonferenz 2018Das Mittagessen bot dann die Gelegenheit, die Diskussion der Arbeitsgruppen weiter zu vertiefen, bevor es im Anschluss mit neuen interessanten Themen in den Nachmittag der Konferenz ging. Hier zeigte nun Matthias Wilson (Foto rechts) von Corporate Trust an konkreten Beispielen auf, wie Ermittler bei der Informationsbeschaffung konkret vorgehen. Die Teilnehmer lernten, welche Qualitätsunterschiede es bei der Nutzung von Bildern gibt und wo die Möglichkeiten und Grenzen bei der Nutzung von Imagery Intelligence liegen. Am konkreten Beispiel einer Industrieanlage wurde das Zusammenspiel von Open Source Intelligence, Human Intelligence und Imagery Intelligence aufgezeigt.

Alexander Gangnus auf der dcif-Jahreskonferenz 2018Der letzte Vortrag der Konferenz beschäftigte sich ebenfalls mit Recherche-Themen, diesmal unter dem Aspekt, welche besonderen Herausforderungen eine Informationsrecherche in China oder anderen asiatischen Ländern, für den MCI-Professional bereithält. Die Teilnehmer konnten von Alexander Gangnus (Foto links) - Geschäftsführer beim dcif-Unternehmensmitglied CHINABRAND CONSULTING LIMITED - erfahren, welche in Westeuropa gängigen Werkzeuge im asiatischen Raum nicht funktionieren und warum sie nicht wirken. Gleichzeitig lernten die Zuhörer aber auch, welche Werkzeuge und Datenbanken verlässliche Resultate erbringen.

In einer letzten Runde von Arbeitsgruppen hatten die Teilnehmer dann die Möglichkeit, sich mit den beiden Recherche-Themen des Nachmittags intensiver zu beschäftigen und ihre ganz eigenen Erfahrungen, Best Practice und Fragen mit den Referenten und MCI-Kollegen auszutauschen.

Arbeitsgruppe bei der dcif-Jahreskonferenz 2018Der Tag hat sehr gut gezeigt, dass der MCI-Professional sich ständig mit neuen Themen wie Sustainability, Künstlicher Intelligenz oder Imaginary Intelligence beschäftigen sollte. Gleichzeitig ist auch organisatorische Flexibilität im Job gefragt, wenn es um die Übernahme komplett neue Aufgabenfelder geht. Dabei behalten die gängigen Werkzeuge ihre Relevanz und werden keinesfalls obsolet. Nur mit einer Kombination aus alten und neuen Werkzeugen und einer entsprechenden Offenheit für neue Methoden in der täglichen Arbeit gelingt es dem MCI-Professional, beste Ergebnisse zu generieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Dass MCI-Professionals sich schnell auf eine sich ändernde Umgebung einstellen können, haben die Teilnehmer der Konferenz auf jeden Fall bewiesen, indem sie sich auf das neue Format gerne eingelassen haben und durch ihre aktive Mitarbeit, ihre Fragen und Diskussionen zum Erfolg der Konferenz beigetragen haben. Dabei hat es keinen Unterschied gemacht, ob es sich um „alten Hasen“ oder Studenten handelte. In den kleinen Arbeitsgruppen hatte jeder die Möglichkeit, seine Erfahrungen zu teilen und neue Anregungen zu sammeln und mit nach Hause zu nehmen.

Wer nun Interesse bekommen hat: Die nächste Konferenz wird im September 2019 stattfinden und der Vorstand des dcif e.V. freut sich jetzt schon über Vorschläge zu Themen und Referenten!